Direkt zum Inhalt

Interview in der Fachzeitschrift Profi-Foto

19. Dezember 2011

In der aktuellen Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift Profi-Foto ist das folgende Interview mit mir abgedruckt:

 

1) Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Fotografenpräsenz im Internet? Was sind die häufigsten Fehler?

Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Daher sind die besten Fotografen-Webseiten diejenigen, die dem (potentiellen) Kunden gefallen und zu einem Auftrag oder zumindestens einer Anfrage führen. Manche Fotografen legen sehr viel Wert auf eine möglichst cool und modern wirkende Webtechnologie (Flash, Musik, etc.), vergessen aber, dass der Kunde von zu viel Spielereien auch sehr schnell genervt sein kann, weil er doch eigentlich nur ein paar Beispielarbeiten und Referenzen des Fotografen in Erfahrung bringen möchte.

2) Welche technischen Standards sollte eine Webpräsenz erfüllen. Ist ein Baukastensystem von der Stange individuell genug? Ist Flash, das nicht auf iPad oder iPhone angezeigt werden kann, noch eine Alternative? Muss sich jeder Fotograf weitgehende Programmierkenntnisse aneignen?

Flash wird von vielen Fotografen eingesetzt, weil visuelle Effekte umgesetzt werden können und die enthaltenen Fotos gegen einfaches Herunterladen geschützt sind. Allerdings hat Flash auch Nachteile (keine Lesbarkeit durch Suchmaschinen und die bereits erwähnten Schwierigkeiten bei der Darstellung durch bestimmte Endgeräte). Außerdem ist eine Navigation durch eine Flashseite für den Anwender oft mühsam und verwirrend.

Baukastensysteme haben sich in den letzten Jahren zu einer benutzbaren Alternative entwickelt. Und ein WordPress-System ist für eigentlich jedermann konfigurierbar. Den fertigen Webseiten sieht man häufig kaum noch an, dass sie auf Basis eines Templates erstellt wurden.

Wer eine sehr individuelle Website haben möchte, muss sich aber auch nicht unbedingt selber Programmierkenntnisse aneignen. Der gut beschäftigte Fotograf wird seine kostbare Zeit nicht mit der Programmierung einer Website vertun, sondern sein Konzept mit einem Webdesigner besprechen, der das für ihn umsetzt.

Bevor man als Fotograf tage- oder wochenlang an einer Website feilt, ist es besser, an der Qualität der Fotos zu arbeiten, die die Basis jeder Fotografenpräsentation sind.

3) Die Google-Suche nach „Fotograf“ ergibt 113.000.000 Treffer. Wie kann der Fotograf bei dieser unglaublichen Menge an Angeboten im Web seine Internetpräsens hervorheben? (Stichwort: Soziale Netzwerke, SEO, etc).

Die beste Website mit den beeindruckendsten Inhalten nutzt nichts, wenn sie kein Kunde zu Gesicht bekommt. Soziale Netzwerke und SEO sind in meinen Augen aber nur ein kleiner Baustein von vielen, seine Website bekannt zu machen. Auch in der heutigen Zeit bekommen die meisten Fotografen neue Kunden über persönliche Netzwerke außerhalb des Internets und Weiterempfehlungen von Kunden. Eine Visitenkarte, die weitergegeben wird, führt den potentiellen Kunden dann zur Website des Fotografen.

4) Welche Bilder eignen sich für ein Portfolio im Web? Sollte der Fotograf das Beste vom Besten zeigen – mit der Gefahr, dass seine Bilder und Ideen kopiert werden? Wie sollten die Bilder am besten präsentiert werden?

Im Internet besteht immer die Gefahr, dass Ideen und Bilder kopiert werden. Trotzdem wäre es Unsinn, die besten Bilder nicht zu zeigen, denn ein interessierter Kunde klickt, wenn er auf einer Fotografen-Website nicht das findet, was er sucht, sehr schnell zum nächsten Fotografen.
Die meisten Kunden legen Wert darauf, aktuelle Arbeiten zu sehen und möglichst auch ein oder zwei Serien, die zeigen, dass ein Fotografen konzeptionell arbeiten kann.

Kommentar

erforderlich
erforderlich

Hinweis: HTML ist erlaubt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.