Rettungshubschrauber fotografieren

Vor ein paar Tagen ist etwa 200 m entfernt von meinem Haus der Rettungshubschrauber gelandet. Ich bin nicht hingegangen, weil ich nicht Gaffer spielen wollte. Aber als Profi-Fotograf wäre es wohl angebracht gewesen, schnell die Kamera zu greifen, hinzulaufen und anschließend die Bilder an die örtliche Presse zu verkaufen.

Aber was hätte ich dafür bekommen? 20 Euro, wenn überhaupt. Und das für eine Stunde Arbeit und eine weitere Stunde Herumtelefonieren.

Im letzten Jahr bin ich im Auto von einem Fotoshooting kommend auf der Autobahn im Schritttempo an einem brennenden Auto vorbeigerollt. Auch hier habe ich nicht fotografiert.

Wie macht Ihr das? Nehmt Ihr dieses (eigentlich leicht verdiente) Geld mit?

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7 Kommentare

  1. Stefan
    7. August 2008 um 17:33

    Ist mir noch nicht passiert, aber wahrscheinlich hätte ich erst einmal die Fotos gemacht.

  2. R. Kneschke
    7. August 2008 um 18:20

    Ich nicht, da ich eher Agenturen beliefere, die sich nicht der Tagesberichterstattung verschrieben haben. Ich achte eher drauf, ob es Motive gibt, die zeitloser sind und auch bei solchen Situationen entstehen können…

  3. Uwe Mayer
    7. August 2008 um 21:31

    Nein, ich würd’s auch nicht machen. Zwar habe ich Hochachtung vor Fotojournalisten die gekonnt _und_ mitfühlend das Elend anderer Menschen in Szene setzen können, aber mein Ding ist es nicht.
    Reine Dokumentationsfotos für die Tagespresse mit dem Leid der Beteiligten im Bild empfinde ich noch als eine Stufe drunter. Aber ich bin auch nur Hobbyist, mein Broterwerb hängt auch nicht davon ab.

  4. Matthias
    8. August 2008 um 14:25

    In solchen Situation fasse ich meine Kamera nicht an. Einmal stand ich im Stau und direkt vor meiner Nase landete der Rettungshubschrauber. Ich hätte da eine Menge Bilder machen können, da ich meine komplette Ausrüstung bei mir hatte. Ich halte aber nix davon, ein paar Euros zu verdienen, wenn in so einer Situation Menschen um ihr Leben kämpfen. Das überlasse ich lieber den anderen. In dieser Situation hat es mich sogar wütend gemacht, dass einige Autofahrer ausgestiegen sind und mit ihrem Handy den Hubschrauber und das ganze Drumherum geknipst haben. Ein paar Tage später habe ich erfahren, dass der verletzte Autofahrer dann in der Klinik gestorben ist.

  5. Christian
    10. August 2008 um 10:10

    Eine schwierige Frage. Ich sehe es so: Zufälligkeiten und nicht geplante Reportagearbeit bei denen andere zu Schaden kommen sollten nicht als kommerzieller Anreiz verstanden werden. Soll heissen: Reporter deren Aufgabe das benannte Feld ist sind die richtigen – als zufälliger Zuseher sollte man die Pietät und den Repekt walten lassen. Es gibt sicher Grenzsituationen, aber jeder muss das schlussendlich für sich selbst entscheiden. Abgesehen davon sind die 20 Euro der Lokalpresse den Aufwand auch nicht wert.

  6. Michael
    20. August 2008 um 21:02

    Auch wenn es vielleicht ein reißerisches Bild ist, denke ich nicht, dass jede Lokalpresse so ein Bild bringen würde. Hängt vielleicht stark vom Blatt ab, aber hier hab ich noch nie ein Unfallbild in der Zeitung gesehen.

  7. Christian
    27. August 2008 um 10:51

    Ich bin zwar erst auf dem Weg, zumindest in Zukunft einen Teil meiner Brötchen mit Fotos zu verdienen, aber wie oben schon geschrieben wurde, hier ist es Aufgabe der Profis, aus so einer Situation den richtigen Mix zwischen Reportage und Pietät zu finden. Mein Ding ist das nicht. Vielleicht sehe ich das auch etwas enger, so als ehemaliges Unfallopfer.

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