Dumping-Preise für Produktfotos

Ein befreundeter Fotograf hat ein Jahr lang regelmäßig Produktfotos für den Werbeprospekt eines Feinkostgeschäfts gemacht. Er hat Weinflaschen, Trüffelpasteten und ähnliches fotografiert und in seinem Studio sah es dann aus wie in einer Gourmetbude. Als Honorar bekam er 30 Euro pro Produkt.

Von einem Tag auf den anderen war er den Job los. Wie er anschließend erfuhr, hatte ein Mitbewerber 15 Euro für jedes Produktfoto geboten und prompt den Auftrag übernommen.

Heute morgen hat die Besitzerin eines Online-Shops für Kleidungsstücke bei mir angefragt. Ich soll für ihren Online-Katalog T-Shirts, Hosen und so weiter fotografieren. Pro Produkt braucht sie 6 verschiedene Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln und möchte 2 Euro pro Produkt bezahlen. So günstig habe sie es bei ihrem bisherigen Fotografen auch bekommen.

Ich fürchte, bei diesen Preisen kann ich nicht mithalten.

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8 Kommentare

  1. R. Kneschke
    13. August 2008 um 22:16

    Da fage ich mich aber, warum sie dann nicht bei ihrem bisherigen Fotografen geblieben ist…?

    LG, Robert

  2. Matthias
    14. August 2008 um 07:43

    Vielleicht hat er gemerkt, dass es mit diesen Preisen nicht auf die Dauer geht und hat mehr verlangt?

    Ich jedenfalls bin froh, dass ich als als festangestellter Grafiker und Fotograf ein regelmässiges Gehalt beziehe. Ich hatte schon mal mit den Gedanken gespielt, mich selbstständig zu machen. Aber so, wie sich die Fotobranche entwickelt und die Preise in den Keller purzeln, lasse ich lieber die Finger davon.

  3. S. Kassal
    14. August 2008 um 09:58

    Tja, die “Geiz ist geil” Mentalität.
    Ist aber eigentlich kein Wunder, wenn die Leute sehen, dass man Bilder für ein paar Cent kaufen kann, denken sie halt auch, dass man Bilder auf Auftrag zu Spottpreisen bekommen kann.

  4. Omori
    14. August 2008 um 20:21

    Man kann den Kunden eigentlich gar keinen Vorwurf machen. Offensichtlich gibt es immer wieder Fotografen, die zu diesen Preisen liefern, wie immer sie das auch hinbekommen.

  5. Christian
    27. August 2008 um 10:43

    Vor allem stelle ich mir die Frage nach der Qualität der Bilder. Bei den Preisen kann der Mensch das nur über die Masse machen. Und imho bleibt die Qualität dann in der Regel auf der Strecke.

  6. Jens
    4. September 2008 um 13:05

    schaut mal bei myhammer.de rein, da gibt’s gelegentlich Firmen, die Produktfotos brauchen. Preise von 1-2 Euro pro Produkt sind da eher die Regel als die Ausnahme. Das lohnt sich selbst in Masse nicht.

    Lustig sind auch die Ausscheibungen für Hochzeitsfotografie, bei denen die Texte immer schön kopiert und ergänzt werden. Daurch steigen die Anforderungen und es fallen die Preise. Neulich gesehen: Hochzeitsfotografie inkl. der Feier für 5 Stunden und Ersatzfotograf bei Ausfall, Bearbeitung aller Fotos, von denen mehrere hundert gefordert waren für 19 Euro inkl. Fahrtkosten. Wer da nicht zugreift, ist selber Schuld! :-)

  7. Carlo Schüller
    10. März 2009 um 09:02

    So tiefe Preise kann ich nicht verstehen. Bei 2 Euro pro Produkt, bleibt die Qualität völlig auf der Strecke – ausser der Fotograf sucht unbeding die Insolvenz. Wie soll da noch etwas zum leben bleiben? Studioblitze, Studiomiete, Kamera und anderes Kleinmaterial muss bezahlt werden. Der Fotograf der hier offeriert hat wohl wenig Ahnung.

    By the way: Ich hatte am letzten Samstag eine Hochzeit in Zürich. Das Parkieren in der Stadt hat CHF 36.- gekostet, also mehr als 19 EURO, nur um meinen Wagen abzustellen!

  8. coff
    14. Juni 2010 um 17:03

    Bin eigentlich Webmaster, aber ich kenne das auch. Der Typ meinte ich soll ihm Fotos für sein Online-Shop machen, da Fotograf zu frech mit seinem Preis sei. So weit eigentlich ganz normal. Nach langem hin und her meinte er, ich solle 1 Euro pro Foto bekommen und ein Shop ohne Fotos käme gar nicht in Frage. Und das nachdem meinerseits alles bis auf die Fotos schon fertig war. Genau so war es – drei Fotos pro Produkt, Tuning- und Autoersatzteile, nicht alles gerade leicht und handlich.
    Ich kam am vereinbarten Tag er und noch ein Helfer standen mir zur Seite und ich habe angefangen demonstrativ das ganze mit meinem Handy zu fotografieren)))).
    Zum Glück hatte ich Vorzahlung ausgehandelt. Für den Shop hat er dann einen anderen angeheuert und das ganze letztendlich in den Sand gesetzt.
    Moral? solche Kunden sind widerlich und unbelehrbar…

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